Brief richtig adressieren nach DIN 5008: Anschrift, Absender & Beispiele

So beschriften Sie einen Brief richtig: Reihenfolge der Anschrift, Absender, Zusätze wie Einschreiben und Adressen ins Ausland – mit Beispielen nach DIN 5008.
Warum die richtige Adresse so wichtig ist
Briefe werden in den Briefzentren maschinell sortiert. Eine unklare oder falsch aufgebaute Anschrift kann die Zustellung verzögern oder dazu führen, dass der Brief zurückkommt. Die Norm DIN 5008 legt fest, wie eine Anschrift im Brief aufgebaut sein sollte – und daran orientiert sich auch die Deutsche Post.
Reihenfolge der Empfängeranschrift
Die Anschrift wird ohne Leerzeilen in dieser Reihenfolge geschrieben:
- Anrede oder Firmenname (optional „Herrn“ oder „Frau“)
- Vor- und Nachname bzw. Ansprechpartner
- gegebenenfalls Zusatz wie Abteilung oder „c/o“
- Straße und Hausnummer oder Postfach
- Postleitzahl und Ort
Beispiel:
Frau
Anna Beispiel
Musterstraße 12
10115 Berlin
Eine Leerzeile zwischen Straße und Ort, Unterstreichungen oder ein Wort wie „in“ vor dem Ort gehören nicht in die Anschrift.
Briefe an Firmen und Behörden
Schreiben Sie an ein Unternehmen, steht der Firmenname zuerst. Soll eine bestimmte Person den Brief erhalten, folgt ihr Name in der nächsten Zeile. Bei Behörden ist es hilfreich, die zuständige Stelle oder das Aktenzeichen im Betreff statt in der Anschrift zu nennen.
Beispiel:
Musterfirma GmbH
Personalabteilung
Herrn Max Mustermann
Industrieweg 5
80331 München
Zusatz- und Vermerkzone: Hier steht „Einschreiben“
Über der eigentlichen Anschrift sieht DIN 5008 eine Zusatz- und Vermerkzone vor. Dort stehen Vermerke wie „Einschreiben“, „Persönlich“ oder eine kleine Rücksendeangabe. Diese Zone ist Teil des Anschriftfelds und liegt damit im Sichtfenster eines Fensterumschlags.
Wohin gehört der Absender?
Auf einem Umschlag ohne Fenster steht der Absender oben links oder auf der Rückseite. Bei Fensterbriefen wird die Absenderangabe meist in kleiner Schrift in der Rücksendezeile über der Empfängeranschrift platziert. So kann die Post den Brief bei Unzustellbarkeit zurückschicken.
Briefe ins Ausland adressieren
Bei Auslandsbriefen steht das Bestimmungsland in der letzten Zeile, in Großbuchstaben und auf Deutsch, Englisch oder Französisch. Postleitzahl und Ort werden im Format des Ziellandes geschrieben.
Beispiel:
Mr John Smith
10 Example Road
LONDON
SW1A 1AA
UNITED KINGDOM
Adresse automatisch richtig platzieren
Wenn Sie Ihren Brief bei BriefDirekt im Online-Editor schreiben oder ein PDF hochladen, geben Sie Empfänger und Absender in getrennten Feldern ein. Das System platziert die Anschrift DIN-5008-konform im Adressfenster. So müssen Sie sich um Abstände und Positionen nicht kümmern.
Schritt für Schritt: Brief richtig beschriften
- Empfänger prüfen: Gleichen Sie Name, Straße, Hausnummer und Postleitzahl mit einer aktuellen Quelle ab, etwa der letzten Rechnung oder dem Impressum.
- Reihenfolge einhalten: Name, Zusatz, Straße oder Postfach, Postleitzahl und Ort – ohne Leerzeilen.
- Vermerke ergänzen: „Einschreiben“ oder „Persönlich“ gehört in die Zusatz- und Vermerkzone über der Anschrift.
- Absender angeben: In der Rücksendezeile oder oben links, damit der Brief bei Unzustellbarkeit zurückkommt.
- Fenster prüfen: Bei Fensterumschlägen das gefaltete Blatt testweise einlegen und kontrollieren, ob die komplette Anschrift sichtbar ist.
- Frankieren: Briefmarke oder Porto-Code rechts oben.
Checkliste für die Anschrift
- Name vollständig und korrekt geschrieben
- Firmenname exakt wie im Handelsregister oder Impressum
- Hausnummer inklusive Zusatz (z. B. 12a)
- Fünfstellige Postleitzahl passend zum Ort
- Keine Abkürzungen, die zu Verwechslungen führen können
- Bei Auslandsbriefen: Land in Großbuchstaben in der letzten Zeile
Häufige Fehler beim Adressieren
Sehr oft fehlt die Hausnummer oder sie steht in der falschen Zeile. Ebenso häufig ist eine Leerzeile zwischen Straße und Ort, die bei der maschinellen Lesung stören kann. Auch veraltete Anschriften von Unternehmen, die längst umgezogen sind, führen zu Rückläufern.
Bei Fensterumschlägen passiert es schnell, dass das Blatt falsch gefaltet wird und die Anschrift nur teilweise im Fenster erscheint. Ein weiterer Fehler: Absender und Empfänger werden vertauscht oder gleich groß nebeneinander geschrieben, sodass unklar ist, wohin der Brief gehen soll.
DIN 5008 im Briefbogen: Mehr als nur die Anschrift
DIN 5008 regelt nicht nur das Anschriftfeld, sondern den Aufbau des gesamten Geschäftsbriefs. Dazu gehören der Briefkopf mit Ihren Absenderangaben, das Informationsfeld mit Datum und Zeichen, die Betreffzeile, die Anrede, der Brieftext und der Gruß. Der Betreff steht ohne das Wort „Betreff“ und wird meist fett hervorgehoben.
Das Datum kann numerisch (03.11.2026 oder 2026-11-03) oder alphanumerisch (3. November 2026) geschrieben werden. Achten Sie innerhalb eines Briefes auf eine einheitliche Schreibweise.
Häufige Fragen
Schreibt man „Herrn“ oder „Herr“ in der Anschrift?
In der Anschrift ist „Herrn“ üblich, da es sich um eine Akkusativform („an Herrn“) handelt. Die Anrede kann aber auch ganz entfallen.
Muss das Land bei Briefen innerhalb Deutschlands angegeben werden?
Nein. Bei Inlandsbriefen wird kein Land angegeben.
Darf ich die Adresse handschriftlich schreiben?
Ja, solange sie gut lesbar ist. Druckbuchstaben oder eine gedruckte Anschrift werden von Sortiermaschinen jedoch zuverlässiger erkannt.
Wo steht die Postfachadresse?
Statt Straße und Hausnummer steht „Postfach“ mit Nummer, darunter die Postleitzahl des Postfachs und der Ort. Straße und Postfach sollten nicht gleichzeitig angegeben werden.
Darf ich „z. Hd.“ verwenden?
„Zu Händen“ ist nicht falsch, gilt aber als veraltet. Üblicher ist es, den Namen der Person einfach unter den Firmennamen zu schreiben.
Was mache ich, wenn die Adresse mehr Zeilen braucht?
Fassen Sie Angaben sinnvoll zusammen, etwa Abteilung und Ansprechpartner in einer Zeile. Die Anschrift sollte im Fenster vollständig lesbar bleiben.
Wohin kommt das Datum im Brief?
Bei Briefen nach DIN 5008 steht das Datum meist rechts im Informationsblock oder rechtsbündig über dem Betreff.
Wie adressiere ich einen Brief an eine Behörde richtig?
Schreiben Sie den genauen Namen der Behörde, gegebenenfalls das Amt oder die Abteilung, und die Anschrift aus dem Briefkopf des letzten Schreibens. Das Aktenzeichen gehört in die Betreffzeile, nicht in die Anschrift. Nutzt die Behörde eine eigene Postanschrift oder ein Postfach, verwenden Sie diese statt der Hausanschrift.
Muss der Absender auf dem Brief stehen?
Vorgeschrieben ist das nicht. Ohne Absender kann ein unzustellbarer Brief aber nicht an Sie zurückgehen, und Sie erfahren nicht, dass er nicht angekommen ist.
BriefDirekt Redaktion & Post-Experten
Geprüfte Fachbeiträge zum deutschen Postrecht (§ 130 BGB, § 573c BGB, § 623 BGB), DIN 5008 Standards und rechtssicheren Zustellverfahren der Deutschen Post & DHL.
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